Londons Olympiaglocke

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Bei den gestrigen Eröffnungsfeierlichkeiten spielte sie ein besondere Rolle, läutete sie doch die 30. Olympischen Spiele der Neuzeit ein, die Olympiaglocke von London. Viel ist über dieses Instrument bisher noch nicht bekannt. Der Auftrag für den Guß der Glocke ging natürlich an einen englischen Taditionsbetrieb, die Glockengießerei Whitechapel Bell Foundry. Da es aber ein sehr großes Instrument werden sollte – das Gewicht wird mit 23 Tonnen angegeben – sah sich die Gießerei nicht in der Lage eine solche Menge an Bronze im eigenen Betrieb schmelzen zu können. So wurde die niederländische Glockengießerei Royal Eijsbouts zum Subunternehmer. Whitechapel fertigte das Rippenprofil sowie die Zier der Glocke und ließ diese schließlich im niederländischen Asten gießen. Ein Bild der starr aufgehängten Glocke findet sich hier. Videos und Fotos vom Entstehungsprozess finden sich hier.

Weihe Olympiaglocke Berlin 1936

Olympiaglocken haben mittlerweile eine kleine Tradition bei den Spielen. Die wohl bekannteste von ihnen dürfte die vom Bochumer Verein für Gußstahlfabrikationen im Jahre 1935 gefertigte Glocke der Olympischen Spiele von Berlin sein. Die Glocke ist bis heute erhalten, wenn auch gesprungen. Der Glockenturm wurde im Jahre 1947 durch britische Pioniere gesprengt, wobei die Glocke zu Boden stürzte. Anschließend wurde sie auf dem Olympiagelände vergraben, um sie vor Metalldieben zu schützen. Erst im Jahre 1956 konnte sie wiedergefunden werden. Wer für das Einschußloch (von Innen nach Außen) in der Glocke verantwortlich ist, ist bis heute nicht bekannt. Heute ist die Glocke auf dem alten Olympiagelände in Berlin noch zu besichtigen. Sie erklang einst mit dem Schlagton e0 bei einem Gewicht von 9.635 kg und einem Durchmesser von 2800 mm. Das Klöppelgewicht betrug 678 kg.

Olympiaglocke Berlin im Jahre 2007