Forschungsprojekt: Die ältesten Glocken Deutschlands

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Zusammen mit Kollegen des Deutschen Glockenmuseums arbeitet der Verfasser kontinuierlich an einem wissenschaftlichen Katalog mit dem Titel Die ältesten erhaltenen Glocken Deutschlands bis zum Jahr 1311.

 

Ziel dieser erstmalig umfassend wissenschaftlichen Verzeichnung ist, den vollständigen deutschen Bestand an historisch erhaltenen Glocken von den Anfängen bis in das Jahr 1311 zu erfassen, um eine Übersicht über Ansammlung, regionale Verteilung, Glockentypen und vielem mehr zu erlangen.

Heinrichsglocke des Bamberger Doms aus dem Jahr 1311.

Die Abgrenzung dieser Arbeit mit dem Jahr 1311 wurde aus zweierlei Gründen gewählt. Zum einen erfolgte mit dem Guss der Heinrichsglocke am 13. August 1311 für den Bamberger Dom St. Peter und St. Georg die Herstellung der ersten voll ausgebildeten gotischen Großglocke mit einem Gewicht von über 5.000 kg. Zum anderen musste eine Massenbeschränkung für die Edierung vorgenommen werden. Bereits bis zum Jahr 1311 finden wir in Deutschland noch immer eine zum Glück bisher ungeahnt große Anzahl historischer Glocken, deren wissenschaftliche Verzeichnung bereits eine erhebliche Aufgabe darstellt. Darüber hinaus steigt die Zahl vorhandener Glocken aus dem 14. Jahrhundert in Deutschland noch einmal stark an, so dass die Erstellung eines Überblickswerks nur noch schwerlich zu leisten ist.

Der Katalog soll zu unterschiedlichsten Forschungsfragestellungen Möglichkeiten zur Recherche bieten. Daher werden zahlreiche Daten jeweils zu einer einzelnen Glocke erfasst, so beispielsweise technische und musikalische Daten, das Vorhandensein von Gießerzeichen, Inschriften, Zieren, Ritzzeichnungen, Pilgerzeichen sowie anhand von Formgestaltung und musikalischem Aufbau die Klassifizierung nach verschiedenen Glockentypen.

Nicht alle zu erfassenden Glocken können und müssen von den Erarbeitern persönlich inventarisiert werden – zahlreiche Glocken wurden allerdings schon aufgesucht – , da es bereits Forschungsliteratur zu einzelnen Glockentypen, regionalen Glockenlandschaften sowie Schwerpunktforschungen wie beispielsweise zu Ritzzeichnungen oder Pilgerzeichen auf Glocken gibt. Hier ist es die Aufgabe der Bearbeiter die umfangreiche Literatur zu sichten, Daten auf Richtigkeit und Plausibilität zu prüfen und diese dann zu verzeichnen. Der Katalog wird daher auch zu jeder einzelnen verzeichneten Glocke ein Quellenverzeichnis enthalten, welches nochmals einen noch genaueren Forschungszugang zur jeweiligen Einzelglocke ermöglicht.

Wann mit einer Publikation der Ergebnisse zu rechnen ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht mitgeteilt werden. Einen ganz kleinen Einblick in diese Forschungsarbeit wird allerdings zu Ostern 2020 das ZEIT Magazin in seiner Serie Deutschlandkarte gewähren.