Damgartens Geläut wieder hergestellt

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Das Geläut der evangelischen St. Bartholomäuskirche zu Damgarten ist wieder vollständig hergestellt. Am gestrigen Mittwoch erfolgte die Endabnahme der Sanierungsmaßnahmen durch die Verantworlichen.
Das historisch gewachsene Geläut dieser Kirche beherbergt drei Glocken, welche alle in unterschiedlichen Jahrhunderten gefertigt wurden. Bei der große Glocke mit dem Schlagton e1 handelt es sich gar um eine der ältesten Glocken im vorpommerschen Raum. Ihr Guß wurde im Jahre 1457 von einem unbekannten Meister ausgeführt. Leider befand sich die Glocke in einem beklagenswerten Zustand. Ihrer Krone beraubt, läutete sie an einem verkröpften Stahljoch. Daher erfolgte im letzten Jahr der Ausbau und eine gründliche Restaurierung. Es wurde nach historischem Vorbild eine neue Krone gegossen, die schließlich in der Glockenschweißwerkstatt Lachenmeyer angeschweißt wurde. Zusätzlich wurden die durch den Klöppelanschlag abgenutzten Schlagringflächen mit Bronze aufgeschweißt.
Im Turm findet sich weiterhin eine 1601 vom Stralsunder Albrecht Huve gegossene Glocke mit dem Schlagton h1. Die kleinste nur ca. 50 kg schwere Glocke mit dem Schlagton a2 wurde im Jahre 1821 durch den Stralsunder Simon Zach gegossen.
Durch den musikalisch unbefriedigenden Intervallabstand einer Quinte der beiden großen Glocken zueinander, wäre der Gemeinde eine Erweiterung des Geläutes zu wünschen. Daher wurde der Zuguss einer fis1 und a1-Glocke empfohlen, um ein erweitertes Gloria-Motiv zu erhalten.

Im nachstehenden Video des Verfassers sehen und hören Sie den alten Zustand der Glockenanlage aus dem Jahre 2011. Die große Glocke war zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits ausgebaut. Die h1 -Glocke läutete noch an einem verkröpften Stahljoch. Lediglich die kleinste Glocke war bereits an einem neuen Holzjoch aufgehängt.