Klöppelbefestigung mit Mittelschraube

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Neben der klassischen Klöppelbefestigung mittels eines eingegossenen Klöppelhängeeisens gibt es bei neueren Glocken unter anderem die Befestigungsart durch eine Mittelschraube. Dazu befindet sich in der Mitte der Haube eine Durchbohrung durch die eine Mittelschraube geführt wird. Diese führt durch Glockenkrone und Joch und kann damit oberhalb des Joches justiert und gespannt werden. Der Vorteil dieser Befestigungsart liegt in der genaueren Ausrichtung und Zentrierung des Klöppelanschlages.

Leider kommt es immer wieder einmal durch mangelnde Wartung und fehlende Eigenkontrolle durch die jeweilige Kirchengemeinde dazu, dass sich die Befestigung löst und sich damit der Klöppelanschlagspunkt verschiebt. Neben fehlender Wartung kann allerdings auch ein neu montiertes Holzjoch die Ursache sein, wenn es noch nicht genügend ausgetrocknet ist. Da das Holz in der Regel immer noch nachtrocknet und zu losen Schraubverbindungen führt, ist eine regelmäßige Kontrolle besonders wichtig!

In meinem nachfolgenden Video ist die bereits stark gelöste Mittelschraube auf eine ungenügende Wartung zurückzuführen. Der Anschlagspunkt hatte sich bereits verschoben und der Klöppel begann über den Schlagring zu schlingern. Die dadurch gelöste Klöppelgabel drückte zusätzlich unkontrolliert in die Haubenbohrung hinein. Der Schaden konnte vom Verfasser bereits bei der Läuteprobe von außerhalb des Kirchturmes erhört werden. In einem solchen Fall ist der Läutebetrieb bis zur Neujustierung des Klöppels am besten einzustellen bzw. stark einzuschränken, um weiteren Schädigungen vorzubeugen.

© S. Wamsiedler