Campanologie - Eine Wissenschaft

Die Campanologie (von lat. campana = Glocke) ist die Wissenschaft von der Glockenkunde. Erforscht werden  dabei in erster Linie die musikalischen, technischen, sozialen, historischen und kunsthistorischen Aspekte von Glocken. Eingeschlossen in die Campanologie ist ebenso das Glockenspielen, beispielsweise das Spiel auf einem Carillon (Glockenspiel) oder das Beiern (rhythmisches Anschlagen des Klöppels an die Glocke).

Forschungsschwerpunkt

Mein eigener Schwerpunkt liegt hauptsächlich auf der musikalischen, historischen und kunsthistorischen Erforschung von zumeist regionalen Geläuten. Darüber hinaus erfolgt auch die Inventarisation von unerforschten Gebieten in der Glockenlandschaft sowie die Dokumentation von Einzelgeläuten. Selbstverständlich verfüge ich auch über eine reichhaltige Sammlung von Tondokumentationen der verschiedensten Geläute. 

Forum Campanologie

Im Jahre 2005 gründete ich das Forum Campanologie. Zweck des Forums ist der Austausch sowie die Diskussion von allen die Glocke betreffend relevante Themen. Das Forum richtet sich in erster Linie an Glockensachverständige, Glockengießer, Campanologen und Glockenfreunde. Einmal jährlich findet ein Treffen der Mitglieder statt. Ziel dieses Treffens ist der fachliche Austausch sowie das Kennenlernen von verschiedenen Glockenregionen. Dabei werden stets zahlreiche Geläute besichtigt und gehört.
Einen weiteren Schwerpunkt im Jahr bildet zudem das Kolloquium für Glockenkunde, welches im Deutschen Glockenmuseum auf Burg Greifenstein stattfindet und vom Museum ausgerichtet wird. Das Kolloquium ist in erster Linie durch Vorträge der Teilnehmer geprägt.

Glocken der Stadt Braunschweig

Die Stadt Braunschweig bietet einen enormen Schatz an überaus wertvollen Glocken. Eine wichtige Stellung nehmen vor allem die Geläute der Innenstadtkirchen ein. Die einzelnen Geläute beherbergen einen großen Bestand an historisch, kunsthistorisch und musikalisch wertvollen Glocken. Darüber hinaus verfügt Braunschweigs Glockenlandschaft über eine Besonderheit, das Stadtgeläut. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und dem damit verbundenen Verlust einiger Glocken, wurden die neu anzuschaffenden Glocken zur Komplettierung der Geläute so disponiert, dass alle Geläute der Innenstadtkirchen musikalisch aufeinander abgestimmt wurden. Dies ist in erster Linie dem bereits verstorbenen Glockensachverständigen Dr. Karl Friedrich Waack aus Hannover zu verdanken. Zwei Mal im Jahr ist das Braunschweiger Stadtgeläut zu hören und zwar am Gründonnerstag sowie am Vortag des Ersten Advents zum Einläuten des neuen Kirchenjahres jeweils um 18.00 Uhr. Geeignete Standorte für einen eindringlichen Hörgenuss können beim Verfasser erfragt werden.
Nachstehend einige Daten zu den Geläuten der Innenstadtkirchen Braunschweigs, die vor allem dem Hörer des Stadtgeläutes dienlich sein können. Die Daten sind als pdf-Dokumente abgelegt. Zur Betrachtung benötigen Sie den Adobe Acrobat Reader.

Die Glocken der evangelischen Kirche St. Magni zu Braunschweig [Dateigröße 1,56 MB]
Die Glocken der Stiftskirche St. Blasius und St. Johannis d. Täufers (Braunschweiger Dom) [Dateigröße 2,66 MB]
Die Glocken der evangelischen Kirche St. Andreas zu Braunschweig [Dateigröße 1,34 MB]
Die Glocken der evangelischen Kirche St. Michaelis zu Braunschweig [Dateigröße 0,98 MB]
Die Glocken der evangelischen Kirche St. Petri zu Braunschweig [Dateigröße 726 KB]
Die Glocken der evangelischen Kirche St. Katharinen zu Braunschweig [Dateigröße 332 KB]
Die Glocken der evangelischen Kirche St. Ulrici-Brüdern zu Braunschweig [Dateigröße 220]
Die Glocken der evangelischen Kirche St. Martini zu Braunschweig [Dateigröße 582]

Zwangsablieferung und Rückführung braunschweigischer Glocken während und nach dem Zweiten Weltkrieg [221 KB]
Literatur (in Auswahl) zu den Glocken der Innenstadtkirchen Braunschweigs [Dateigröße 113 KB]

NEUE BUCHVERÖFFENTLICHUNG (November 2009)
Peter Albrecht und Henning Steinführer (Hrsg.): Die Türme von Sankt Andreas zu Braunschweig,
Braunschweiger Werkstücke Band 112, 368 Seiten, 195 Abbildungen,
Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2009.
ISBN 978-3-7752-8802-6
Die ausführliche Glockengeschichte wird in einem Aufsatz von Sebastian Wamsiedler dargelegt.
Ankündigung und Inhaltsverzeichnis [pdf-Dokument, 316 KB]


Tonbeispiele von Geläuten

Die Tonbeispiele werden als mp3-Dateien zur Verfügung gestellt.

Braunschweig, St. Magni Heerglocke (Schlagton h°) [Dateigröße 766 KB]
Braunschweig, St. Magni Magnusglocke (Schlagton d') [Dateigröße 963 KB]
Braunschweig, St. Magni Stundenglocke (Schlagton fis') [Dateigröße 719 KB]
Braunschweig, St. Magni Plenum [Dateigröße 1 MB]
Braunschweig, Braunschweiger Dom Blasius major (Schlagton a°) [Dateigröße 922 KB]
Braunschweig, Braunschweiger Dom Glocken I bis III (Schlagtöne a°-h°-cis') [Dateigröße 1 MB]
Braunschweig, Braunschweiger Dom Glocken I bis IV (Schlagtöne a°-h°-cis'-d') [Dateigröße 1 MB]
Braunschweig, Braunschweiger Dom Plenum [Dateigröße 1,1 MB]
Braunschweig, St. Andreas Salvator (Schlagton h°) [Dateigröße 594 KB]
Braunschweig, St. Andreas Glocken I und II (Schlagtöne h°-cis') [Dateigröße 453 KB]
Braunschweig, St. Andreas Plenum [Dateigröße 1,54 MB]
Braunschweig, St. Andreas Glocke von Heinrich Kurtz [Dateigröße 571 KB]
Braunschweig, St. Michaelis Glocke I (Schlagton f') [Dateigröße 649 KB]
Braunschweig, St. Michaelis Glocke II (Schlagton g') [Dateigröße 766 KB]
Braunschweig, St. Michaelis Glocke III (Schlagton b') [Dateigröße 516 KB]
Braunschweig, St. Michaelis Plenum [Dateigröße 883 KB]
Hannover, Marktkirche St. Georgii et Jacobi Glocke I (Schlagton e°, 10.360 kg) [Dateigröße 1,1 MB]


St. Nicolai zu Zerbst

Die Ruine der Kirche von St. Nicolai zu Zerbst beherbergt ein national bedeutendes historisches Geläut, welches im Jahre 2007 durch eine umfangreiche Restaurierung erstmals nach der Zerstörung der Kirche im Jahre 1945 wieder zu hören war.
Eine besondere Bedeutung kommt dabei der größten Glocke des Geläutes zu. Die heute mit dem Namen Gloriosa bezeichnete Glocke wurde im Jahre 1378 von einem unbekannten Meister gegossen. Mit ihrem Gewicht von 4.540 kg gehört sie zu den vier größten und schwersten Glocken des 14. Jahrhunderts, die in Deutschland noch vorhanden sind und zeichnet sich, wie ihre "Mitkonkurrenten" im Bamberger Dom (1311 gegossen), der Divi-Blasii-Kirche in Mühlhausen/ Thüringen (gegossen 1345) und der Marburger St. Elisabethkirche (gegossen im 14. Jahrhundert) durch eine herausragende Klangschönheit sowie einer künstlerisch bedeutenden Gestaltung aus.
Nach der erfolgreichen Restaurierung des Geläutes war es dem Verfasser möglich, eine umfangreiche Klangdokumentation des Geläutes zu erstellen. Die daraus entstandene CD mit dem Glockengeläut von St. Nicolai ist über den Förderkreis St. Nicolai Zerbst e.V. zu erhalten. Zusätzlich erschien im Dezember 2009 eine umfangreiche Publikation, die die Sanierung von St. Nicolai beschreibt, wobei ein besonderer Schwerpunkt des Buches auf der Wiederherstellung des Geläutes liegt.
Informationen zum Buch und zur Glocken-CD von St. Nicolai zu Zerbst [pdf, Dateigröße 3,36 MB]

Förderkreis St. Nicolai Zerbst e.V. [externer Link]


Weitere Geläute

Die Glocken des Münsters zu Bad Doberan [externer Link]